US Open Quoten: Quotenanalyse, Wertberechnung und aktuelle Wettquoten

Neun Jahre mache ich das jetzt – Quoten aufschlüsseln, Wahrscheinlichkeiten gegen Auszahlungen abwägen, die Spreads zwischen Buchmachern durchforsten. Und immer wieder erlebe ich dasselbe Muster: Viele Wetter schauen auf eine Quote, sehen eine Zahl und setzen. Ohne zu verstehen, was diese Zahl eigentlich aussagt. Beim US Open, dem höchstdotierten Tennisturnier der Welt mit 90 Millionen US-Dollar Preisgeld, wird genau dieses Versäumnis teuer.
Dabei steckt in den Quoten eine bemerkenswerte Informationsdichte. Wer sie lesen kann, erkennt nicht nur, wen die Buchmacher vorn sehen, sondern auch wo der Markt Schwächen zeigt. Bei bis zu 58 verschiedenen Wettmärkten pro Match – von der klassischen Siegwette bis zum Tiebreak-Total – entsteht ein Datenfeld, das systematisch auswertbar ist. Der Unterschied zwischen einem informierten Wetter und einem, der auf Bauchgefühl setzt, liegt nicht im Glück. Er liegt im Verständnis der Quotenmechanik.
In diesem Leitfaden zerlege ich die US Open Quoten in ihre Bestandteile. Ich erkläre, wie man Dezimal-, Bruch- und amerikanische Formate liest, was die aktuellen Herren- und Damen-Quoten über das Turnier verraten, und wie man aus einer Quote einen echten Wert erkennt – oder eben nicht. Wer das System hinter den Zahlen versteht, trifft bessere Entscheidungen. Und darum geht es letztlich bei jeder US Open Wette: nicht um Hoffnung, sondern um Kalkül.
Ladevorgang...
- US Open Quoten richtig lesen: Dezimal, Bruch und amerikanisch
- Aktuelle Herren-Quoten: Sinner, Alcaraz und das restliche Feld
- Aktuelle Damen-Quoten: Sabalenka, Świątek und Geheimtipps
- Wert erkennen: Implizite Wahrscheinlichkeit und Value-Wetten
- Warum sich US Open Quoten verändern: Einflussfaktoren
- Häufige Fragen zu US Open Quoten
US Open Quoten richtig lesen: Dezimal, Bruch und amerikanisch
Vor ein paar Jahren saß ich in einer Sportwetten-Runde, und jemand fragte mich: „Was heißt -150 bei Sinner?“ Ich habe zehn Minuten gebraucht, um zu erklären, warum das im Grunde dasselbe wie 1.67 ist – nur anders aufgeschrieben. Dieses Chaos zwischen den Quotenformaten ist unnötig, aber es existiert, und wer US Open Quoten vergleichen will, muss alle drei Sprachen beherrschen.
Das Dezimalformat ist der Standard in Deutschland und bei den meisten europäischen Buchmachern. Die Zahl gibt direkt an, wie viel man pro eingesetztem Euro zurückbekommt – Einsatz inklusive. Eine Quote von 2.50 bedeutet: 10 Euro Einsatz ergibt 25 Euro Auszahlung, davon 15 Euro Gewinn. Simpel, transparent, keine Kopfakrobatik nötig. Deshalb arbeite ich in meinen Analysen fast ausschließlich mit Dezimalquoten.
Das Bruchformat begegnet einem vor allem bei britischen Anbietern. Eine Quote von 3/2 bedeutet: Für jeden eingesetzten 2 Euro erhält man 3 Euro Gewinn – plus den Einsatz zurück. Das Gesamtresultat ist identisch mit der Dezimalquote 2.50, denn 3 geteilt durch 2 plus 1 ergibt genau 2.50. Wer regelmäßig zwischen Plattformen wechselt, stößt unweigerlich auf dieses Format. Die Umrechnung ist simpel: Zähler durch Nenner plus eins.
Das amerikanische Format ist für europäische Wetter zunächst verwirrend, aber bei US Open Quoten durchaus relevant, weil amerikanische Plattformen es verwenden. Es gibt zwei Varianten: Ein Pluszeichen vor der Zahl zeigt den Gewinn bei 100 Dollar Einsatz an. +250 heißt: 100 Dollar gesetzt, 250 Dollar Gewinn, 350 Dollar Auszahlung. Ein Minuszeichen zeigt, wie viel man einsetzen muss, um 100 Dollar zu gewinnen. -150 bedeutet: 150 Dollar Einsatz für 100 Dollar Gewinn. Die Umrechnung auf Dezimal geht so: Bei Plus-Quoten teilt man den Wert durch 100 und addiert 1 – aus +250 wird 3.50. Bei Minus-Quoten teilt man 100 durch den Absolutwert und addiert 1 – aus -150 wird 1.67.
In der Praxis ist das Dezimalformat für die Quotenanalyse am effizientesten. Wenn ich die Gesamtsieger-Quoten für die US Open vergleiche, arbeite ich ausschließlich mit Dezimalwerten und rechne alles um, was in einem anderen Format daherkommt. Das spart Zeit und verhindert Fehler – besonders wenn man in der Hitze eines Livewetten-Abends schnell entscheiden muss.
Ein konkretes Rechenbeispiel: Ein Buchmacher bietet Sinner als US Open Sieger mit einer Dezimalquote von 2.80 an. Der Einsatz beträgt 50 Euro. Die potenzielle Auszahlung errechnet sich als 50 mal 2.80, also 140 Euro. Der Nettogewinn liegt bei 90 Euro. Dieselbe Quote im Bruchformat wäre 9/5, im amerikanischen Format +180. Drei Darstellungen, ein identisches Ergebnis. Wer das einmal verstanden hat, lässt sich von keinem Quotenformat mehr irritieren.
Noch ein Hinweis, den viele übersehen: Die Quotenformate sagen nichts über die Qualität eines Angebots aus. Ein Buchmacher mit Dezimalquoten ist nicht besser oder schlechter als einer mit Bruchquoten. Der entscheidende Faktor ist die Höhe der Quote selbst – und die Marge, die der Anbieter einbaut. Dazu komme ich in der Sektion über Wertberechnung.
Ein typischer Anfängerfehler, den ich in Foren immer wieder sehe: Jemand vergleicht eine Dezimalquote von 3.00 mit einer amerikanischen Quote von +250 und denkt, 3.00 sei besser, weil die Zahl höher ist. In Wirklichkeit entspricht +250 einer Dezimalquote von 3.50 – das vermeintlich schlechtere Angebot ist das deutlich bessere. Wer internationale Anbieter vergleicht, muss zwingend in ein einheitliches Format umrechnen, bevor er eine Entscheidung trifft. Ich empfehle, sich fünf Minuten Zeit zu nehmen und die drei Umrechnungsformeln auswendig zu lernen. Das zahlt sich bei jeder einzelnen US Open Wette aus.
Aktuelle Herren-Quoten: Sinner, Alcaraz und das restliche Feld
Ich erinnere mich an eine Zeit, in der die Herren-Quoten bei Grand Slams im Wesentlichen eine Djokovic-Nadal-Federer-Geschichte waren. Diese Ära ist vorbei. Bei den US Open 2026 erzählen die Quoten eine neue Geschichte, und sie hat zwei Hauptfiguren: Jannik Sinner und Carlos Alcaraz. Die Quotenspreizung zwischen diesen beiden und dem Rest des Feldes ist so deutlich, dass man von einem Duopol sprechen kann.
Sinners Zahlen erklären, warum die Buchmacher ihn regelmäßig als Topfavorit führen. Seine Grand-Slam-Siegquote liegt bei 81 Prozent, seine Matchbilanz in der Saison 2025 stand bei 31 Siegen gegenüber nur 4 Niederlagen. In den letzten vier Grand-Slam-Turnieren erreichte er jedes Mal das Finale und gewann drei davon. Diese Konstanz auf höchstem Niveau drückt sich direkt in den Quoten aus: Sinner bewegt sich typischerweise im Bereich von 2.20 bis 2.80 für den Turniersieg – je nach Anbieter und Zeitpunkt. Das entspricht einer impliziten Wahrscheinlichkeit von grob 36 bis 45 Prozent.
Alcaraz ist die andere Seite der Medaille. Mit fünf Grand-Slam-Titeln insgesamt hat er bereits ein beeindruckendes Palmarès, und auf dem Hartplatz steht seine Bilanz gegen Sinner seit 2023 bei 50 Prozent – ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Quoten spiegeln das wider: Alcaraz wird meist zwischen 2.80 und 3.50 gehandelt. Der Abstand zu Sinner ist messbar, aber nicht unüberbrückbar. Wer sich für die detaillierte Analyse der US Open Favoriten und Prognosen interessiert, findet dort die vollständige Spielerprofilierung.
Hinter den beiden Topfavoriten öffnet sich ein Quotental. Spieler wie Daniil Medvedev oder Alexander Zverev bewegen sich typischerweise zwischen 8.00 und 15.00 – das ist ein gewaltiger Sprung, der die Markteinschätzung unmissverständlich widerspiegelt. Medvedev hat zwar Hartplatz-Expertise und eine US Open Finalerfahrung vorzuweisen, aber seine Formkurve der letzten Saisons lässt die Buchmacher vorsichtig bleiben. Zverev, trotz seiner Konstanz unter den Top 5, kämpft bei Grand Slams immer wieder mit der Fünf-Satz-Distanz – und die Quoten rechnen diesen Faktor ein.
Was mich aus analytischer Sicht am meisten interessiert: Die Quoten für das Mittelfeld sind beim US Open oft attraktiver als bei den Australian Open oder in Wimbledon. Der Grund ist die Turnierlänge von 15 Tagen, die Hitze in Flushing Meadows und die Nacht-Sessions, die Spielpläne verschieben und Favoritenbilanzen durcheinanderbringen können. Ich habe in den letzten Jahren mehrfach beobachtet, wie Spieler aus dem Quotenbereich 15.00 bis 25.00 ins Viertelfinale oder sogar ins Halbfinale vorgestoßen sind. Das heißt nicht, dass sie Turniersieger werden – aber für spezifische Rundenwetten oder Viertelwetten bieten diese Quoten durchaus Substanz.
Der Novak-Djokovic-Faktor verdient eine gesonderte Erwähnung. Seine Quoten schwanken stark, abhängig von seiner körperlichen Verfassung und seinem Turnierkalender. In manchen Phasen wird er noch bei 6.00 gehandelt, in anderen rutscht er auf 15.00 oder weiter ab. Die Buchmacher wissen: Djokovic in Topform ist auf Hartplatz historisch einer der besten Spieler aller Zeiten. Aber die Frage, ob er diese Form bei einem Grand Slam noch konstant über sieben Runden abrufen kann, drückt sich in den volatilen Quoten aus.
Aktuelle Damen-Quoten: Sabalenka, Świątek und Geheimtipps
Das Dameneinzel bei den US Open hat in den letzten Jahren eine stille Revolution erlebt – und die Quoten erzählen davon. Der Wettmarkt für Damen-Tennis in Flushing Meadows ist den größten Sprung nach oben im Ranking der meistgewetteten Events geklettert – sechs Plätze auf einmal. Das ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer Verschiebung im Spielerfeld, die für Wetter hochinteressant ist.
Aryna Sabalenka steht im Zentrum dieser Verschiebung. Ihre Zahlen auf dem Hartplatz sind schlicht beeindruckend: 82 Prozent Siegquote bei Major-Turnieren, und eine Tiebreak-Bilanz von 19:1 in der Saison 2025. Neunzehn Tiebreaks gewonnen, einen verloren. Wer versteht, was das für den Wettmarkt bedeutet, erkennt sofort den Vorteil: In engen Matches, die in den Tiebreak gehen, ist Sabalenka statistisch eine Maschine. Beim US Open 2024 hat sie auf dem Weg zum Titel nur einen einzigen Satz abgegeben. Die Quoten reflektieren diese Dominanz – sie bewegt sich meist im Bereich 2.50 bis 3.20 für den Turniersieg.
Iga Świątek ist die ewige Gegenspielerin in den Quotenlisten. Ihre Sandplatz-Dominanz ist unbestritten, aber auf dem Hartplatz in New York muss sie sich gegen eine andere Spielerstruktur behaupten. Ihre Quoten liegen typischerweise zwischen 3.50 und 5.00 – ein deutlicher Respektabstand zu Sabalenka, der die Belagsituation einpreist. Für Wetter, die Świąteks Grand-Slam-Erfahrung und ihre Fähigkeit, Leistung auf dem großen Court abzurufen, höher einschätzen als der Markt, kann hier ein interessanter Einstiegspunkt liegen.
Coco Gauff bringt den Heimvorteil mit. Als US-Amerikanerin spielt sie in Flushing Meadows vor eigenem Publikum, und die Atmosphäre im Arthur Ashe Stadium kann ein echter Faktor sein. Ihre Quoten bewegen sich meist zwischen 5.00 und 8.00 – hoch genug für attraktive Auszahlungen, niedrig genug, um sie nicht als reine Außenseiterin abzutun. Gauff hat das Potenzial, tief ins Turnier vorzudringen, und die Buchmacher preisen das ein.
Was den Damen-Markt für mich als Analysten besonders reizvoll macht: Die Quotenspreizung ist enger als bei den Herren. Es gibt kein so deutliches Duopol wie Sinner-Alcaraz. Stattdessen haben vier bis fünf Spielerinnen realistische Titelchancen, und die Quoten liegen näher beieinander. Das eröffnet Möglichkeiten für Value-Wetten, die es im Herrenfeld in dieser Form selten gibt. Ich schaue bei den Damen-Quoten besonders auf Spielerinnen im Bereich 10.00 bis 20.00 – dort hat sich in der Vergangenheit häufig Überraschungspotenzial versteckt, das die Buchmacher zu spät adjustiert haben.
Ein Aspekt, den viele Wetter bei den Damen-Quoten übersehen: Das Best-of-Three-Format erzeugt mehr Varianz als das Best-of-Five der Herren. Ein schlechter erster Satz, ein kurzer Konzentrationsverlust – und das Match ist zur Hälfte verloren. Das drückt sich in den Quoten aus: Selbst bei klaren Favoritinnen wie Sabalenka bleiben die Quoten höher, als sie es bei vergleichbarer Dominanz im Herrenfeld wären. Für den Value-orientierten Wetter ist das ein struktureller Vorteil, den der Damen-Markt beim US Open dauerhaft bietet.
Wert erkennen: Implizite Wahrscheinlichkeit und Value-Wetten
Hier wird es ernst. Jeder kann eine Quote lesen – aber den Wert hinter der Quote erkennen, das trennt den analytischen Wetter vom Gelegenheitsspieler. DSWV-Präsident Mathias Dahms hat es einmal treffend formuliert: Sportwetten sind für die Menschen in Deutschland vor allem ein Unterhaltungsprodukt, vergleichbar mit Kino oder Konzerten. Das stimmt für die Mehrheit. Aber wer systematisch vorgeht, behandelt die Quote nicht als Ticket für den Nervenkitzel, sondern als Datenpunkt in einer Wahrscheinlichkeitsrechnung.
Der Schlüssel heißt implizite Wahrscheinlichkeit. Jede Dezimalquote lässt sich in eine Wahrscheinlichkeit umrechnen, die der Buchmacher dem Ereignis zuschreibt. Die Formel ist denkbar einfach: 1 geteilt durch die Quote, mal 100. Bei einer Quote von 2.50 ergibt das 40 Prozent. Bei 3.00 sind es 33,3 Prozent. Bei 1.50 liegt die implizite Wahrscheinlichkeit bei 66,7 Prozent. Diese Zahl ist der Ausgangspunkt jeder seriösen Quotenanalyse.
Jetzt kommt der entscheidende Dreh: Wenn man alle Quoten eines Marktes umrechnet – etwa die Gesamtsieger-Quoten aller Spieler im Herrenfeld – addieren sich die impliziten Wahrscheinlichkeiten nicht auf 100 Prozent. Sie ergeben mehr, typischerweise 105 bis 115 Prozent. Die Differenz ist die Marge des Buchmachers, auch Overround oder Vig genannt. Je näher die Summe an 100 Prozent liegt, desto fairer ist der Markt für den Wetter. Bei einem Overround von 108 Prozent behält der Buchmacher im Schnitt 8 Prozent der Einsätze als Gewinnspanne ein.
Ein praktisches Beispiel mit konkreten US Open Zahlen: Angenommen, drei Anbieter bieten Sinner als Turniersieger mit Quoten von 2.50, 2.60 und 2.75 an. Die impliziten Wahrscheinlichkeiten betragen 40,0 Prozent, 38,5 Prozent und 36,4 Prozent. Der Unterschied zwischen der niedrigsten und der höchsten Quote bedeutet bei einem 100-Euro-Einsatz eine Differenz von 25 Euro in der potenziellen Auszahlung – 250 Euro versus 275 Euro. Das ist kein Kleingeld, und es ergibt sich allein aus dem Vergleich.
Value entsteht dann, wenn die eigene Einschätzung der Wahrscheinlichkeit höher liegt als die, die der Buchmacher impliziert. Wenn ich aufgrund meiner Analyse – Formkurve, Hartplatz-Bilanz, Head-to-Head-Statistik, Draw-Analyse – zu dem Schluss komme, dass Sinners reale Siegwahrscheinlichkeit bei 45 Prozent liegt, der Buchmacher aber nur 36 Prozent einpreist, dann ist die Quote von 2.75 eine Value-Wette. Der Markt unterschätzt das Ereignis, und langfristig profitiert man davon.
Das klingt in der Theorie elegant, aber in der Praxis ist die Schwierigkeit offensichtlich: Wie bestimmt man die „echte“ Wahrscheinlichkeit? Meine Antwort nach neun Jahren Erfahrung: Durch Datenaggregation. Ich nutze Aufschlagstatistiken, Belagsbilanzen, Saisonverlaufskurven und historische Turnierdaten, um meine eigenen Wahrscheinlichkeiten zu modellieren. Diese vergleiche ich dann systematisch mit den Marktquoten. Wo die Abweichung am größten ist – und meine Datenbasis am solidesten – liegt der Value.
Eine Warnung, die ich nicht verschweigen will: Value-Wetten sind kein Garant für kurzfristigen Gewinn. Sie sind ein Konzept, das über Hunderte von Wetten seine Wirkung entfaltet. Wer eine einzelne Value-Wette verliert, hat nicht falsch gehandelt, solange die Analyse stimmte. Das Verständnis dieses Prinzips unterscheidet den strategischen Wetter vom frustrierten Gelegenheitsspieler.
Warum sich US Open Quoten verändern: Einflussfaktoren
Eine Frage, die mir in jeder Grand-Slam-Saison gestellt wird: Wann soll ich meine Wette platzieren? Früh, wenn die Quoten hoch sind? Oder spät, wenn ich mehr Informationen habe? Die Antwort ist nicht so eindeutig, wie viele glauben – denn US Open Quoten sind keine statischen Zahlen. Sie sind ein lebender Markt, und wer versteht, was sie bewegt, gewinnt einen echten Informationsvorsprung.
Der erste große Einflussfaktor ist das Wettvolumen selbst. Die Tennis-Sportwetten-Aktivität in Nordamerika ist im dritten Quartal 2025 um 53 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Mehr Geld im Markt bedeutet mehr Bewegung in den Quoten. Wenn große Summen auf einen bestimmten Spieler fließen, reagieren die Buchmacher und kürzen die Quote. Das passiert beim US Open besonders in den letzten Tagen vor Turnierbeginn, wenn die Aufmerksamkeit der Medien die breite Masse der Wetter aktiviert.
Der zweite Faktor: Verletzungen und Turnierperformance vor dem US Open. Die Hartplatz-Saison im Sommer – mit den Masters in Montreal und Cincinnati – liefert frische Daten. Wenn ein Favorit in Cincinnati früh ausscheidet oder sich eine Verletzung zuzieht, verschieben sich die Quoten binnen Stunden. Ich habe das 2024 erlebt, als eine Halbfinal-Niederlage in Cincinnati die Gesamtsieger-Quote eines Top-3-Spielers um mehr als einen vollen Punkt nach oben korrigierte. Wer diese Zusammenhänge beobachtet, kann den Markt lesen, bevor er sich vollständig adjustiert hat.
Der dritte Faktor ist die Auslosung. Der Draw wird wenige Tage vor Turnierbeginn veröffentlicht, und sein Einfluss auf die Quoten ist massiv. Ein Topfavorit, der in seiner Turnierhälfte auf mehrere gefährliche Gegner trifft, wird in der Quote leicht angehoben. Umgekehrt sinkt die Quote, wenn der Weg ins Finale vergleichsweise leicht aussieht. Ich beobachte die Quoten vor und nach der Auslosung besonders genau – die Reaktion des Marktes auf den Draw ist ein Indikator dafür, wie die Buchmacher die tatsächliche Turnierdynamik einschätzen.
Ein vierter, oft unterschätzter Faktor: das Wetter in New York. Extreme Hitze in Flushing Meadows begünstigt bestimmte Spielertypen und benachteiligt andere. Spieler mit einem physisch fordernden Spielstil leiden unter den Temperaturen stärker als Aufschlagspieler, die kurze Ballwechsel anstreben. Die Wettervorhersage für die erste Turnierwoche kann subtile Quotenverschiebungen auslösen, die der aufmerksame Analyst für sich nutzen kann.
Meine persönliche Strategie: Ich platziere Langzeitwetten früh – idealerweise Wochen vor dem Turnier, wenn die Quoten am höchsten sind und der Markt noch wenig Volumen hat. Rundenwetten und spezifische Matchups reserviere ich für die Phase nach der Auslosung. Und Livewetten ergeben sich situativ, basierend auf dem, was auf dem Court passiert. Timing ist keine Einheitsstrategie – es ist ein dynamischer Prozess, der sich dem Informationsfluss anpassen muss.
Was ich in neun Jahren Quotenbeobachtung beim US Open gelernt habe: Die größten Quotensprünge passieren nicht während des Turniers, sondern davor. Die Wochen zwischen Wimbledon und dem Start in Flushing Meadows sind eine Phase permanenter Neubewertung. Trainingsbilder auf Social Media, Pressekonferenz-Aussagen, Rückzüge von Vorbereitungsturnieren – all das fließt in die Quotenfindung ein, oft schneller als man reagieren kann. Wer diesen Vorlauf systematisch beobachtet und eigene Einschätzungen vor dem Marktkonsens bildet, hat den entscheidenden Vorteil. Der Quotenmarkt belohnt nicht den Schnellsten, sondern den am besten Vorbereiteten.
Häufige Fragen zu US Open Quoten
Die folgenden Fragen erreichen mich regelmäßig vor und während der US Open Saison. Hier sind die Antworten, die ich in meiner Praxis am häufigsten gebe.
Wie berechnet man die implizite Wahrscheinlichkeit aus US Open Quoten?
Die Formel lautet: 1 geteilt durch die Dezimalquote, multipliziert mit 100. Bei einer Quote von 2.50 ergibt das eine implizite Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent. Wichtig: Diese Zahl enthält bereits die Buchmacher-Marge. Die ‚echte‘ Wahrscheinlichkeit liegt etwas niedriger. Um die faire Quote ohne Marge zu berechnen, muss man den Overround herausrechnen – dazu addiert man die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Optionen im Markt und teilt die individuelle Wahrscheinlichkeit durch diese Summe.
Warum unterscheiden sich die US Open Quoten bei verschiedenen Anbietern?
Jeder Buchmacher setzt seine Quoten auf Basis eigener Risikomodelle, Kundenaktivität und Margenstrategien. Ein Anbieter mit viel Wettvolumen auf Sinner wird dessen Quote senken, während ein Anbieter mit weniger Aktivität die Quote höher halten kann. Unterschiede von 0.10 bis 0.30 zwischen Anbietern sind bei Gesamtsieger-Quoten normal. Bei Außenseitern können die Abweichungen noch größer ausfallen – ein systematischer Vergleich vor jeder Wette lohnt sich daher immer.
Wann ist der beste Zeitpunkt, um US Open Quoten zu spielen?
Für Langzeitwetten auf den Turniersieger bieten die Wochen vor dem Turnier die höchsten Quoten, weil der Markt noch wenig Volumen hat und die Buchmacher vorsichtiger kalkulieren. Für Einzelmatch-Wetten ist die Phase nach der Auslosung optimal, weil man dann den konkreten Turnierpfad kennt. Livewetten ergeben sich situativ. Grundsätzlich gilt: Je früher man wettet, desto mehr Risiko und potenzielle Rendite. Je später, desto mehr Information und niedrigere Quoten.
Was bedeutet ‚Value‘ bei US Open Wettquoten?
Value liegt vor, wenn die eigene Einschätzung der Siegwahrscheinlichkeit eines Spielers höher ist als die Wahrscheinlichkeit, die der Buchmacher in seiner Quote einpreist. Wenn man beispielsweise Sabalenkas Siegchancen auf 35 Prozent schätzt, der Buchmacher aber nur 30 Prozent impliziert, bietet die Quote Value. Entscheidend ist, dass Value kein Garant für einen Einzelgewinn ist – das Konzept entfaltet seine Wirkung über viele Wetten hinweg als positiver Erwartungswert.
Erstellt von der Redaktion von „us Open Wetten“.
